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Liebe Verena,
bei schaler Zeit denke ich an abgestandenes Bier, einfach etwas Widerliches. Diese Zeit wirft sich träge auf ein Bett, von dem sie nicht aufstehen kann und soll. Würde sie sich doch erheben, könnte sie Schaden anrichten, könnte erinnern an Blut und Schicksal. Wer Schreit da, was ist sein Grund des Schreien? Schreit er über die schale Zeit, die für verlogen hält und wachschreien will? Mit wem kämpfen, von wem trennen? Ist auch und immer noch die schale Zeit gemeint? Warum steht er vor einem entweder- oder? Trennen in hunderte von Richtungen - ist das nicht eine Form von Selbstauflösung? Aber - er oder vielleicht auch sie, soll ja im Grunde gegen sich selber kämpfen, denn er ist nicht nurder, der schreit, er ist auch Blut, Schicksal und schale Zeit. Wie hängen die miteinander zusammen? Die letzte Strophe bringt für mich keine Klärung, das "auch" stiftet eher zusätzliche Verwirrung. Das ist er also auch noch. Das Gedicht regt zum bewußten Denken an.
Liebe Grüße
Michael
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