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In tiefen Nächten grab ich dich, du Schatz
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Autor:  decourtenay [ 11. Mai 2010, 23:49 ]
Betreff des Beitrags:  In tiefen Nächten grab ich dich, du Schatz

In tiefen Nächten grab ich dich, du Schatz

In tiefen Nächten grab ich dich, du Schatz.
Denn alle Überflüsse, die ich sah,
sind Armut und armsäliger Ersatz
für deine Schönheit, die noch nie geschah.

Aber der Weg zu dir ist furchtbar weit
und, weil ihn lange keiner ging, verweht.
O du bist einsam. Du bist Einsamkeit,
du Herz, das zu entfernten Talen geht.

Und meine Hände, welche blutig sind
vom Graben, heb ich offen in den Wind,
so dass sie sich verzweigen wie ein Baum.
Ich sauge dich mit ihnen aus dem Raum

als hättest du dich einmal dort zerschellt
in einer ungeduldigen Gebärde,
und fielest jetzt, eine zerstäubte Welt,
aus fernen Sternen wieder auf die Erde
sanft wie ein Frühlingsregen fällt.


Rainer Maria Rilke,
25.9.1901, Westerwede
Gedichte.Das Stunden-Buch.Pilgerschaft.

Autor:  baerin [ 12. Mai 2010, 04:54 ]
Betreff des Beitrags: 

unschuld fiel in eine
eitle welt

welt klagt liebe an der liebe
auf der suche nach ersatz
für verlornes das sie nie besaß

tief nun grabe deinen
schatz dir zu heben
_________________
(,,,) (,,,) (,,,) (,,,)solange die worte mich finden

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