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Wenn jeder Windstoss sie verweht, wie sollen sie dann Wurzeln schlagen. Wenn jeder sie sich nehmen kann, wie sollen sie dann Heimat finden.
Sind Gedichte verortet, haben sie ein zuhause? Sie können nach Erde, Luft und Wasser riechen, Licht und Wärme von sich geben, alles was sie zum Leben brauchen. Aber sind sie verwurzelt wie ein Baum. Suche ich den Text, oder sucht der Text mich (heim)? Nicht ich habe die Worte gefunden, sondern die Worte haben mich gefunden, wollen in mir etwas bewirken, anrichten. Sind die Worte erst einmal da, muss ich mit ansehen, was sie bewirken. Meist ist es jedoch so, dass ich staunend vor einem Geheimnis stehe und mit ansehen darf, was da geschieht.
Gedichte machen sich auf, wollen mich finden, wollen mir geben, was mir fehlt; denn sie wissen genau, wie sehr es mir fehlt an Mut und Trost an Wärme und Dach an zur Ruhe kommen. Ja, was weiß denn ich, was die alles von mir wissen.
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