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Was durften, was mussten die Augen sehen? Es fällt mir schwer, zwischen dürfen und müssen zu unterscheiden. Gesehen haben die Augen: Trümmergrundstücke und Regenbogen, manchmal auch Regenbogen über Trümmern, Sonnenblumen und zerschlagene Scherben, schenkelklopfende Alte und weinende Kinder. Das Schönste kann genau genommen das zur Zeit Schönste nur sein, denn keiner weiß, was die Zukunft an Schönheit und Reife bereit hält. Ja, das ist die Kunst der Liebenden, mit den Augen des Geliebten und den eigenen Augen zu sehen. Liebende wollen leben, wollen - um des anderen willen - gerne leben. Das Jetzt, das Nun mit allem Grauen und aller Widerwärtigkeit, wird nur mit dem blinden, dem schlafenden Auge zur Kenntnis genommen. Flucht vor der Wirklichkeit nennen es die Einen, andere nennen es Reduktion von Komplexität und meinen, warum umständlich, wenn es auch einfach geht; ich sehe das, was mir jetzt wichtig ist, deshalb ist es nicht falsch, beim Küssen die Augen zu zu machen. Herzliche Grüße Michael
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